Eines der besten Programme des Kabaretts Dusche der letzten Jahre, das war die einhellige Meinung der Besucher und Besucherinnen, die zahlreich gekommen waren. Diese Meinung teilte auch unser SPD-Bundestagsabgeordneter Lothar Bindung, der kein Programm der Dusche versäumt und immer dabei ist. Genau wie auch unser SPD Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck.
Bürgermeister Andreas Metz war zum ersten Mal bei unserem Kabarettabend, vermerkte aber spontan, dass er im nächsten Jahr wieder dabei sein will. „Vom Runterladen und Hochkriegen“ heißt das diesjährige Programm, dass die Daheimgebliebenen in der „Klapsmühl“ in Mannheim nachholen können.
Sütsch als Verfassungsschützer muss sich linkes Vokabular aneignen, weil er jetzt die Linken ausspionieren soll. Und das, obwohl er seinen Job als rechter Verfassungsschützer mit viel Liebe und Herzblut machte, hat er doch seine Kameraden immer vor der Verfassung geschützt. Was die Mittelschicht nun genau ist, lässt sich nicht so leicht erklären, so etwas wie die Vaseline im Schritt der Klassengesellschaft oder so ähnlich eben. Lössl telefoniert mit dem „Angelaale“, die etwas depressiv ist, weil ihr Herausforderer in der SPD der „Stääbrigg“ ist, ihr Mundwinkelzwilling, dabei könne nicht einmal Einstein die Zeit so weit dehnen, dass sie ihm gegenüber Zuneigung empfinden könne. Äußerst bissig der Beitrag zum Organspendenskandal: Sütsch als Geschäftsführer der Organvermittlungsagentur „Happy Kadaver“ bietet Nieren der Blutgruppe Null an, direkt von der Autobahn ganz frisch „steigen Sie ein und bieten Sie mit –aus deutschen Landen frisch auf den Tisch“. Und um das Organaufkommen zu erhöhen, lädt er ein, „nehmen Sie den Strick, wir lassen Sie nicht hängen“.
Papst Wolfgang „Benedikt“ Schmitter stellt fest, dass sich die undichte Stelle im Vatikan nur schwer finden lässt, weil da alle nicht dicht sind. Jungfrau „Aische“ Lössl umwirbt ihn und der Papst muss ablehnen: ich armer Mann im Vatikan kann nicht tun, was Vati kann, aber er gibt ja so schöne Knabenchöre. Resigniert stellt die Dusche fest, dass Merkel dem Kabarett die Witzvorlagen entzieht, Guttenberg weg, Wulff weg, Röttgen weg. Und über die anderen kann man nicht viel sagen, die kennt man ja kaum. Und Rösler zählt nicht, die FDP ist durch, über sie Witze zu machen, sei kabarettistischer Kadavermißbrauch. Die Grünen grenzen sich gegen alles ab und bei den Piraten seien die Kernkompetenzen abgespeichert – im Spam-Ordner. Sütsch gibt dann eine Ode an die „Öde“ -ein Gedicht auf Merkel- zum Besten, und das muss man selbst gehört haben, es ist nicht wiederzugeben, weil temporeich und wortgewaltig, so schnell kann man nicht mitschreiben. Gehen Sie einfach in die Klapsmühl. Eine ganz neue Sozialleistung finden „Mompfred“ und Josefin: die „Herdprämie“ Betreuungsgeld wird erweitert zur Couching-Prämie. Wer nur noch zu Hause bleibt, bekommt täglich 100 Euro. Überwacht wird das mit der elektronischen Fußfessel und dem Verfassungsschutz, „dann macht der endlich mal was Vernünftiges“. Dann, so „Mompfred“, brauchte Josefin aber keine Schuhe mehr. Von wegen: Schuhe hat frau nicht an, sie hat sie! Der arbeitslose Banker Sütsch soll auf Kita-ErzieherIN umgeschult werden, das habe auch noch einen Resozialisierungseffekt. Sütsch will nicht und ihm wird gedroht, dass er dann sein Hartz-IV in Form von hochrisikobehafteten Anlagefondanteilen ausbezahlt bekomme. Wie immer gibt Sütsch den Verschwörungstheoretiker, der alles von den Illuminati unterwandert sieht: der Ackermann hat sich clonen lassen und tritt jetzt als sein eigener Nachfolger auf, ganz eindeutig auf dem Spiegelcover zu erkennen: „ein Kopf, zwei Ärsche“.
Und was kommt nach Merkel, fragt die Dusche. Deren bisherige 8 Jahre seien gefühlte 16 Jahre von Kohl und eine Ablösung nicht in Sicht, die wird auch noch Adenauers Rekord brechen, so befürchtet die Dusche. Und dann kommt zum Schluss „Kohlzilla“ zurück. Eine Schreckensvision! Wir haben es aber in diesem Jahr in der Hand, das System Merkel zu beenden.
Ganz klar ist in jedem Fall: die Dusche kommt wieder, keine Frage!
Dagmar Klopsch-Güntner