
Die Ortsvereinsvorsitzende Bettina Rüger konnte einen vollen Saal im Hirsch vermelden, es mussten Stühle dazu gestellt werden. Es gab in diesem Jahr nicht nur Jazz, sondern auch Soul und Pop zu hören.
Was eint uns? Das ist die Frage beim Tag der Deutschen Einheit. In einer Karikatur in der FR sind zwei Tafeln, auf der einen steht „was uns trennt“ und auf der anderen „was uns vereint“. Die Tafel mit „was uns trennt“ ist vollgeschrieben und auf der anderen steht – nichts.

Was uns vereint, nämlich gut 70 Prozent unserer Bevölkerung in Ost und West, ist der Wunsch, in Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu leben. Das müssen wir der Minderheit deutlich klarmachen. Rosalie Edler, 17 Jahre alt, erzählte ihre Sichtweise von der deutschen Einheit. Und die, das sei vorausgeschickt, ist mit der von uns Älteren gleich. Sie sagte, dass diejenigen, die meinen, man könne Probleme nur auf eine Weise, nämlich ihre, lösen, würden schnell merken, dass sie damit nicht sonderlich weit kommen. Unsere Demokratie, so Rosalie Edler weiter, biete die fantastische Möglichkeit, die Fähigkeiten aller zu nutzen, um uns voranzubringen. Deutsch sein bedeutet für Edler, den Versuch zu unternehmen, Widersprüche und Diskrepanzen zu überwinden, Mauern einzureißen, Menschen zu empfangen. Gemeinsam nach Lösungen suchen und auf unsere Fähigkeiten vertrauen. Uns sollte die Gewissheit vereinen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Sie erntete viel Beifall für Ihren Beitrag
„Sunsh!ne State“. So heißt die Band, die mit Soul, Pop und Jazz das Publikum begeistert hat. Sarah Chamán Macías übernahm den Gesang, Matthias Coenen spielte an vier Gitarren, Bent Pollak bediente ein kleines Schlagzeug mit viel Wirkung und Henning List war am Keyboard und begleitete die Sängerin und sang auch Solo.
Es gab tatsächlich etwas Jazz durch Coenens Solo-Stück an der Gitarre („Ich mag alles außer Jazz“). Henning List sang ein Stück von Gregory Porter („Hey Laura“), das dem Soul-Jazz zugerechnet wird. Latin-Einflüsse gab es bei „Havana“ von Camila Cabello sowie der Version der Band von „Enjoy the silence“ von Depeche Mode, die gegen Ende
Samba-Elemente hatten. Daneben gab es Soul-Stücke von Adele, Amy Winehouse oder Duffy.
„Tennessee Whiskey“ von Chris Stapleton und „One and only“ von Adele waren zwei tolle Blues-Nummern. Etwas rockiger war „Otherside“ von den Red Hot Chile Peppers. Dazu gab es Pop von Rihanna, P!nk, Lady Gaga oder Miley Cirus, mal als Ballade oder auch etwas flotter.
Das Publikum war begeistert von den Vieren und klatschte kräftig Beifall.
Am 19.10.2024 spielt die Band wieder bei inselART. Und ganz sicher im nächsten Jahr bei Jazz im Hirsch am Tag der Deutschen Einheit.
Dagmar Klopsch-Güntner